• The Nest

Ich habe während einer Pandemie ein Business gestartet

Aktualisiert: Jan 10

Ein Jahr Selbstständigkeit, ein Jahr Nest und das in schweren Zeiten. Ein Rückblick und wie's von knapper Geldnot zu "Sold out" umschwang!



Vom Start direkt in die Pandemie


Fotos: Manuela Larissegger
Ich bin am Start von der Eröffnung von "The Nest", meinem Co-Working Space im 1170 und habe, um ganz ehrlich zu sein, etwas Angst

Ich bin am Start von der Eröffnung von "The Nest", meinem Co-Working Space im 1170 und habe, um ganz ehrlich zu sein, etwas Angst. Das Jahr Gründung war einfach extrem nervenaufreibend.

Ich habe mir (für meine Verhältnisse) viel Geld ausgeliehen, Panikattacken gehabt und grobe private Probleme. Der Eröffnungstermin musste verschoben werden wegen Musikjobs und weil ich schlichtweg nicht mit allem fertig geworden bin. Ich hab zu lange Miete gezahlt für eine leere Halle, die noch immer nicht fertig war... ich habe zu wenig nach Hilfe gefragt, mir zu viel aufgehalst und war vollkommen fertig.

Und jetzt stehe ich in einem Raum voller Menschen und denk mir: "Es wird alles gut!"

...ich bin im Moment extrem dankbar dafür... auch leider, gleichzeitig, extrem krank.

Jänner und Februar füllt sich langsam Co-Working Halle und Büros. Ich bin auf Tour mit Oehl in Deutschland. Wenn ich zu Hause bin gibt es Führungen und es sieht aus, als ob ich bald den Space gut gefüllt, dann kommt März: Lockdown. Interessierte sagen mir ab, der absolute Großteil der Mieter*innen behält jedoch, trotz Quarantäne, ihren Vertrag und ich bin extrem dankbar dafür.... und selbst in Quarantäne da ich leider extrem krank geworden bin.


Lauter gute Vorsätze


2,5 Wochen später und gesund wusste ich, dass es OK war es langsam anzugehen, aber auch, dass ich das restliche Jahr, auch wenn es verlockend wäre, nicht passiv bleiben durfte! Hier also meine Vorsätze die ich mir für 2020 genommen habe:

- Helfen und helfen lassen


wer gibt, bekommt auch zurück.

Auch wenn es im Moment nicht möglich war wollte ich den Spirit von "Co-Working", nämlich Austausch, Open Source und gegenseitiger Support, weiterleben. Ich habe unterhaltsamen und informativen Content zu Hühnern produziert, eine Liste von COVID-Support-Stellen für Künstler*innen erstellt und Ende des Jahres eine Spendenaktion für eine österreichische Hühnerrettung- und Vermittlungsstelle gestartet. Ich habe es mehr zugelassen mir helfen zu lassen. Von Kolleg*innen, Familie, Freund*innen und auch Förderstellen und gemerkt: wer gibt, bekommt auch zurück.

- Kommunizieren


Ich hatte genug Zeit um mir Gedanken zu machen wie ich die Philosophie des Nests anderen Leuten vermitteln kann

Nach einer anfänglichen Paralyse war klar, dass das Leben weiter geht, auch wenn hinter geschloßenen Türen. Ich hatte genug Zeit um mir Gedanken zu machen wie ich die Philosophie des Nests anderen Leuten vermitteln kann. Ich habe einen Newsletter gestartet, einen Podcast zum geliebten Thema Hühner, habe die Kommunikation zu den Nestbewohner*innen vertieft und mich bemüht ihnen Änderungen oder neue Vorgaben asap mitzuteilen.

- Organisieren


Hört sich jetzt alles sehr trocken an ABER ich schwöre: auch für Kreative gibt es viel abzuschauen.

On-Boarding Process, CRM, Workflow... Das bürokratische Grundgerüst für das Nest stand zwar aber vor allem nach einarbeiten in themenrelevanten Podcasts oder Artikeln zu Business-Management wurde klar, dass es immer was zu verbessern gibt. Ich habe meine Kalkulationen überrabeitet, Buchhaltungssystem aufgebaut und mich mit CRM oder Follow-Ups auseinander gesetzt um in meinem Tun einfach professioneller zu werden. Hört sich jetzt alles sehr trocken an ABER ich schwöre: auch für Kreative gibt es viel abzuschauen. Das behandeln wir aber ein andermal. ;)


Kein Ende in Sicht


und Dezember war es so weit: Ausverkauft!

Als ich März in meiner leeren Halle stand waren auf meinem Konto noch ein paar Monatsmieten und alle Musikjobs abgesagt. Es war nicht aussichtslos aber, sagen wir mal vorsichtig, keine optimale Ausgangslage. Wir mussten die Tischanzahl reduzieren, haben Luftfilter- und Hygienesysteme besorgt. Förderungen sei Dank, sowie der Hilfe von Menschen in meinem Umfeld und dem Vertrauen der Nestlinge, wie wir gerne unsere Mitglieder*innen nennen, ging es nicht steil aber auf jeden Fall gemütlich, bergauf! Das Nest war endlich auf einem guten Weg und Dezember war es so weit: Ausverkauft! 2021 geht es natürlich weiter! Wir werden, wenn alles gut geht, wieder mehr Tische für mehr Mitglieder*innen aufstellen können und wieder Veranstaltungen bei uns haben. Vielleicht wird es in nächster Zeit mal wieder bergab und auf gehen aber eins ist auf jeden Fall sicher: es wird ein schöner Weg.

Fotos "Party" by Manuela Larissegger Sonstige Fotos by The Nest

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Fix kein Vogeldreck!